2–4 €/m²
Richtwert monatlich
bei 120 m² = 240–480 €
1–1,5 €/m²
Instandhaltung
Peters'sche Formel
0,8–1,5 %
Grundsteuer p.a.
vom Grundstückswert
Was ist die "zweite Miete"?
Wer ein Haus oder eine Wohnung kauft, zahlt nicht nur die Hypothek. Daneben laufen permanent laufende Kosten, die zusammengenommen oft einer zweiten Miete gleichkommen.
Der Unterschied zur Miete: Diese Kosten sind nicht optional. Grundsteuer, Versicherung, Instandhaltung — das sind gesetzliche Pflichten oder Notwendigkeiten, die der Eigentümer vollständig selbst trägt. Ein Mieter zahlt diese über die Nebenkostenabrechnung des Vermieters; der Eigentümer zahlt direkt, in voller Höhe.
Die gute Nachricht: Viele dieser Kosten sind steuerlich absetzbar oder können durch Planung reduziert werden. Die wichtigste Voraussetzung ist, sie von Anfang an realistisch zu kalkulieren.
Grundsteuer: Die sichere Komponente
Die Grundsteuer wird nicht auf den Kaufpreis berechnet, sondern auf den Grundstückswert — der wird staatlich bewertet, nicht nach Marktpreis.
Wie wird die Grundsteuer berechnet?
- Einheitswert: Der staatliche Wert des Grundstücks. Mit der Grundsteuerreform 2025 wird er durch einen neuen "Grundsteuerwert" ersetzt.
- Messzahl: Bundesweiter Multiplikator (für bebaute Grundstücke meist 0,35 %).
- Hebesatz: Lokaler Multiplikator der Gemeinde (typisch 300–800 %).
Beispiel: Grundstück mit Einheitswert 80.000 € in einer Gemeinde mit 450 % Hebesatz: 80.000 € × 0,35 % × 4,5 = 1.260 € pro Jahr oder 105 € pro Monat.
Die Grundsteuerreform 2025
Seit 2025 werden die Grundsteuerwerte neu berechnet. In Ballungsräumen und bei modernen Immobilien kann die Grundsteuer deutlich ansteigen. Wer 2025/2026 ein Haus kauft, sollte die neue Grundsteuerberechnung genau hinterfragen — oft lohnt sich ein Einspruch bei der Behörde.
Gebäudeversicherung: Das unterschätzte Risiko
Eine Wohngebäudeversicherung ist nicht gesetzlich verpflichtend, aber faktisch unverzichtbar. Typische Kosten: 400–1.200 € pro Jahr, je nach Alter und Bauzustand des Hauses, Lage (Risikozone Hochwasser?) und versicherten Leistungen.
Achtung: Viele Policen decken Hochwasser und Elementarschäden nur gegen Zusatzprämie ab. Wer in gefährdeter Region wohnt, kann die Kosten schnell verdoppeln.
Instandhaltungsrücklage: Die Peters'sche Formel
Viele Eigentümer bilden zu wenig Rücklagen für Reparaturen. Dach, Fassade, Heizung, Rohre — alles altert und muss irgendwann erneuert werden.
Richtwerte
- Altbau (über 30 Jahre): 1,0–1,5 € pro m² Wohnfläche pro Monat
- Neubau (unter 10 Jahre): 0,8–1,0 € pro m² pro Monat
- Sanierter Altbau: 0,8–1,0 € pro m² pro Monat
Für ein 120 m² Altbauhaus bedeutet das: 120–180 € pro Monat. Über 30 Jahre summiert sich das zu 43.200–64.800 € — genug für Dachsanierung, neue Fenster, Heizungswechsel.
Die häufigste Falle: Bei ETW-Käufern wird die Rücklage oft zu niedrigvon der Hausverwaltung angesetzt. Eine Rücklage von 0,3–0,5 €/m² ist häufig viel zu wenig und führt später zu hohen Sonderumlagen.
Eigentumsform: EFH vs. ETW
Einfamilienhaus (EFH): Der volle Umfang
Als EFH-Besitzer zahlen Sie alle Kosten direkt selbst:
- Grundsteuer, Versicherung, Instandhaltung
- Wasser, Abwasser, Strom (komplett)
- Schornsteinfeger, Abfallgebühren
- Winterdienst, Gartenpflege, Hausmeister (falls nötig)
Vorteil: Volle Kontrolle. Nachteil: Volles Risiko.
Eigentumswohnung (ETW): Das Hausgeld
Bei ETW läuft alles über das Hausgeld. Die Eigentümergemeinschaft verteilt die Kosten anteilsmäßig. Typisches Hausgeld für eine 3-Zimmer-Wohnung: 200–400 € monatlichim Neubau, 150–300 € im Altbau.
Wenn das Hausgeld deutlich unter dem Durchschnitt der Gegend liegt, fragen Sie nach dem Grund — und lesen Sie die letzten Eigentümerversammlungsprotokolle. Zu niedrige Rücklagen bedeuten spätere Sonderumlagen.
Gesamtrechnung: Beispiel 120 m² Altbau in NRW
Monatliche Nebenkosten (Beispiel)
Das sind 4,48 € pro m² pro Monat. Bei schlechterer Energetik oder höheren Grundsteuern kann es auch 600–700 € werden.
Steuerliche Absetzbarkeit
Haushaltsnahe Dienstleistungen (§ 35a EStG)
Handwerkerleistungen im Haus können 20 % der Arbeitskosten als Steuervorteil geltend gemacht werden — maximal 1.200 € pro Jahr. Rechnungen sammeln!
Energieeffizienz-Investitionen
Neue Heizung, bessere Dämmung oder Solaranlage kostet vorne Geld — reduziert aber die Energiekosten dauerhaft um 20–40 %. Die Amortisation liegt oft bei 8–12 Jahren.
Übersicht: Alle Nebenkosten-Positionen
| Kostenposition | Monatlich (Ø) | Anteil/Bemerkung |
|---|---|---|
| Grundsteuer | 80–150 € | 0,8–1,5 %/Jahr |
| Gebäudeversicherung | 40–80 € | 0,4–0,8 %/Jahr |
| Instandhaltungsrücklage | 80–120 € | 1–1,5 €/m² |
| Wasser & Abwasser | 30–60 € | variabel |
| Strom (Gemeinschaft) | 20–40 € | variabel |
| Schornsteinfeger | 10–20 € | jährlich fällig |
| Abfallgebühren | 15–30 € | jährlich fällig |
| Winterdienst & Garten | 30–60 € | saisonal |
| Hausmeister & Hausverwalter | 40–100 € | variabel |
| Reparaturen & Sonstiges | 30–50 € | Puffer |
Für 120 m² Haus: Gesamtbudget monatlich 240–536 € (2–4,48 €/m²).
